Freitag, 3. März 2006

Wunscherfüllung

ist selten befriedigend.

Heute Abend werden sich gleich zwei jahrelang sorgsam kultivierte Wünsche erfüllen:

Barcelona mit erwachsenen Augen sehen
Mit Bekannten und nicht mit meinen Eltern oder mit mir allein verreisen

Wo bleibt die gebührende Freude?

Komisch: In Gegenwart anderer kann ich nicht nicht komisch sein.
Warum das so ist, habe ich noch immer nicht herausgefunden.
Große Rollen spielen u.a. die etablierten Gefühle und Überzeugungen
* unbeliebt bis verhasst zu sein
* den anderen unterlegen zu sein
* von den anderen nicht vollkommen anerkannt zu sein
* nur eine gutmütig mitgenommen wordene Randfigur zu sein
* von den anderen "komisch" gefunden zu werden
* das schwächste Glied der Kette zu sein
* nicht auf die gleiche Weise wie die anderen akzeptiert zu werden
* zu stören
* nicht wirklich mit dazuzugehören

Offenbar habe ich noch nicht verinnerlicht, dass wir das Jahr 2006 schreiben und nicht mehr das Jahr 1986.
Damals traf all das zu.
Aber heute doch nicht mehr.
Wann begreife ich, dass ich nicht mehr in meiner Welt der 8- oder 12- oder 16-Jährigen lebe, sondern in meiner gar nicht mehr so neuen Welt der Über-30-Jährigen?
Schon seit Jahren bin ich nicht mehr die Unwillkommene, die Komische, die Herumgestoßene, die Abgelehnte, die Ausgelachte von damals.
In meiner Umgebung halten sich nicht mehr diejenigen auf, die nur darauf aus waren, mich zu beleidigen und auszuschließen.
Aber das ist mir noch immer nicht vollkommen klar geworden und darum empfinde ich nicht nur wie damals, ich verhalte mich auch noch wie damals, wie das ausgeschlossene, ausgelachte, von allen Seiten angegriffene Kind.

Nicht die anderen sind "komisch" zu mir.
Ich bin "komisch" zu ihnen und provoziere damit, dass Leute, die mich von sich aus gar nicht "komisch" behandeln würden, es schließlich doch tun.
Niemand fände mich heute noch komisch, wenn ich mich nicht immer so komisch verhielte.
Ich verhalte mich komisch, weil ich so überzeugt davon bin, komisch gefunden zu werden.

Ich habe vor diesen 3 1/2 Tagen mehr Angst als Freude.
3 Klassenfahrten und eine Skifreizeit während meiner Schulzeit wirken noch heute nach und lassen in mir Gefühle von Panik aufkommen bei dem Gedanken, mehrere Tage lang anderen Kindern schutzlos ausgeliefert zu sein.

Anderen Kindern.
Anderen Kindern.
Das muss ich endlich begreifen.
Wir sind keine Kinder mehr.
Ich bin kein Kind mehr und meine Mitreisenden sind keine Kinder mehr.
Ich kann endlich aufhören, Angst vor anderen Kindern zu haben. Ich kann aufhören ein Kind zu sein, das die anderen Kinder fürchtet.
Ich brauche mich nicht mehr so zu verhalten, als wäre ich von anderen Kindern umgeben.
Ich bin erwachsen unter Erwachsenen.

Aber was der Verstand endlich begriffen hat, hat das Gefühl noch lange nicht kapiert.
Mein Gefühl ist um 20 Jahre im Rückstand.

Apocalipsis cum figuris

Liber scriptus proferetur in quo totum continetur unde mundus iudicetur

auditus


Jacek/Siva Kaspszyk, Zbigniew Preisner, Jacek Kaspszyk
Requiem For My Friend

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